Die Konferenz De-/Kolonisierung des Wissens ist eine Kooperation zwischen der Universität Wien, der Akademie der bildenden Künste Wien, der Kunstuniversität Linz, dem IWK, dem IFK sowie der WiGiP und findet vom 19.-20. November 2021 in Wien statt. Mit der geplanten Konferenz wollen wir ein Forum schaffen, um verschiedene dekoloniale Initiativen innerhalb und außerhalb von Hochschulen miteinander ins Gespräch zu bringen. Im Rahmen der Konferenz sollen epistemische Mechanismen der (Neo-)Kolonialisierung sowie Möglichkeiten eines dekolonialisierten Wissens in verschiedensten akademischen, künstlerischen und aktivistischen Beiträgen diskutiert und reflektiert werden.
Plattform für den Austausch zwischen Künstler*innen und Kulturwissenschaftler*innen in Linz
"Wie sind Alltagserfahrungen und unsere Alltags- bewegungen, in diesem Orchester von Klängen verknüpft? Und wie ist es möglich in diesem Alltagsfeld durch performative Interventionen Widerstand zu ermöglichen?" -Linda Neukirchen
Teamteaching: Zusammen mit Ilaria Hoppe von der Katholischen Universität Linz führten wir ein Forschungsseminar über die Kunst des Handelns (Michel de Certeau) im Franckviertel durch.
Actionteaching: Paul Rajakovics von Transparadiso Architektur, die das Wimhhölzel Hinterland Projekt im Franckviertel gestalten, führte uns durch den Stadtteil.
Die Spurensicherung schafft eine Brücke zwischen künstlerischer und wissenschaftlicher Forschung, aber auch zwischen der Sprache der Menschen und der nicht-menschlichen Lebewesen. Oder mit den Worten von Ginzburg: Die Spurensicherung „bindet das Tier Mensch an alle anderen Tierarten“.
Zeichnung eines Wagens aus dem Museum Eremitage, Leningrad,
abgebildet in: Gilles Deleuze und Félix Guattari, A Thousand Plateaus
CATCH 2 -Eine intermediale Komposition basiert auf „Catch 2“ von Roman Haubenstock-Ramati. Musik- und Tanz-Studierende der Bruckner Universität und Studierende der Kunst und der Kulturwissenschaften aus der Kunstuniversität Linz, 2022.
Inwieweit ist die nicht proportionale Sprache der Künste in der Lage, strategische Wege für das Nichtgesagte zu finden? Inwieweit gibt es in den künstlerischen Praktiken eine Wissensproduktion, die es möglich macht, verschleierte Mechanismen zu entlarven oder neue Wissenswegen zu öffnen?
Was verraten uns die Dinge, die achtlos auf den Boden geworfen werden? Kann man Stadtteile anhand dieser hinterlassenen Dinge erkunden? Welche Orte sind in Vergessenheit geraten und können neu entdeckt werden? Wie lassen sich anonyme Wege der StadtbewohnerInnen erforschen? Und „was wäre wenn“ wir diese Anonymität durch ausgedachte Situationen brechen würden? Welche Emotionen werden mit Orten verknüpft? Wie sind biographische Erinnerungen mit der Stadt verwoben? Können archetypische Bilder uns helfen, Resonanzräume in der Stadt zu erheben?
"La encrucijada/ The Crossroads
A chicken is being sacrificed a crossroads, a simple mound of earth
a mud shrine for Eshu,
Yoruba god of indeterminacy,
who blesses her choice of path.
She begins her journey."
Gloria Anzaldúa, Borderlands/La Frontera: The New Mestiza
„Lost time lost space“
ein Film von:
Felix Winkler und Robert Theodor Hinta
Mitten in einer belebten Stadt stehen sie zumeist abseits.
Unbewusst wahrgenommen oder bewusst nicht wahrgenommen.
Verlassen, vergessen und übersehen befinden sind sie überall zu finden, urbane Landschaften. Übergangene Orte einer Stadt.
Orte die ihren ursprünglichen Zweck verloren bzw. veränderten.
Wir sehen an diesen Plätzen die Vergänglichkeit.
Den Wandel. Das Alte. Das eventuelle Potential von Neuem.
Von der Gesellschaft und den Menschen ungebraucht und gemieden, oft von Müll, Schutt und Schrott verstellt, suchten wir im Stadtteil Linz-Kaplan einige dieser Orte auf und und präsentieren atmosphärische Aufnahmen in Bild und Ton.
Aus dem Ungebrauchten werden wieder Schauplätze. Ruinen, Wracks, Trümmer und Gleise.
Dinge die eine Geschichte erzählen erzählen lassen.
Magnetische Felder:
Strategien für ein gemeinsames Arbeiten auf der
Suche nach umgekehrten Welten
WiSe 2021-22
Verraterischer Bewegung, Andressa Miyazato, 2021, Tagung Dekolonisierung des Wissens
„Es ist außerdem kein Zufall, dass viele der historischen Methoden künstlerischer Forschung mit revolutionären Bewegungen oder mit Momenten der Krise und Reform in Verbindung stehen. In dieser Perspektive wird die Kontur eines globalen Netzwerks von Kämpfen offenbart, die beinahe das gesamte 20. Jahrhundert umfasst und (in den meisten, aber keinesfalls in allen Fällen) einen transversalen, relationalen und emanzipatorischen Verlauf hat."
Hito Steyerl, Ästhetik des Widerstands? Künstlerische Forschung als Disziplin und Konflikt
Oft ereignen sich bei unerwarteten Begegnungen oder zufälligen Situationen entscheidende Momente für die Produktion von neuen Ideen und Arbeitsweisen. Als würde der Zufall sich nach magnetischen Feldern richten, die einen anderen, neuen, nicht geplanten Weg ermöglichen.
"Wie kann die Kunst, und im Konkreten die Produktion von Liedern, der Gesellschaft nicht nur eine Sprache und Stimme verleihen, sondern auch Selbstbewusstsein, um Herrschaft herauszufordern?"
-Pavel Eichin
The Red Pill, Michaela Vater, KuWi Rundgang, 2023. Fotografie: Violetta Wakolbinger
Fotografie: Maximilian Niederer
Meme von Fabiana Braunstorfer, für das Referat
"R-Words: refusing Research", I'm Rahmen der Lehrveranstaltung
Artistic Research as Epistemic Disobedience, 2021.
Fotografie: Violetta Wakolbinger
Stahljung, Lars Schulz, KuWi Rundgagng, 2023. Fotografie: Violetta Wakolbinger
Any Warbug. Atlas Mnemosyne. Panel 46. Nymph.
'Hurry-Bring-It' in the Tornabuoni circle. Domestification.
The Red Pill, Michaela Vater, KuWi Rundgang, 2023. Fotografie: Violetta Wakolbinger