Atelier de
Recherche
Alternative Reisewege
Reiseführer empfehlen konkrete Sehenswürdigkeiten eines Ortes und geben oft auch kulinarische Empfehlungen, die von den Reisenden verfolgt werden sollen. Auch Forschungsreisen folgen solchen „Meilensteinen“ anhand konkreter Fragestellungen. Die Reiseziele werden deswegen im Vorfeld sorgfältig geplant. Die künstlerische Forschung spielt mit diesen Variationen: in den konkreten Anweisungen der Reiseführer wird nach Möglichkeiten für Umwege oder nach Gelegenheiten für zufällige Begegnungen gesucht, welche das Unerwartete zu Höhepunkten der Reise umwandeln können. Auch die konkreten Forschungsziele geraten in Vergessenheit, weil auf den Weg neue Fragestellungen wichtiger werden. Auf so einer Reise muss man vor allem bereit sein, sich auf Neues einzulassen. Es gelingt nicht immer.
In dem Seminar werden wir anhand einer Exkursion ausprobieren, ob solche alternativen Wege außerhalb der geplanten Reise entstehen können. Wir werden uns zuerst mit Methoden ausrüsten: Wie kann ein Reiseheft aussehen? Wie werden in den Kultur-und Sozialwissenschaften Beobachtungsprotokolle realisiert und Interviews durchgeführt? Wie lässt sich die Methode des Mappings verwenden?
Inwieweit ist ein „Reiseziel“ nicht nur ein Ort, wo die heimische Kultur besucht werden kann, sondern wo auch transkulturelle Kreuzungen und vergessene Geschichten sichtbar werden.
Während der Exkursion werden wir zwei Gruppen bilden: Eine Gruppe, welche sich auf die Reiseziele einlässt, eine andere, welche nach alternativen Reisewegen sucht.
Das Seminar findet in Kooperation mit dem Projektseminar „Billige Sommerfrische“ von Gudrun Wallenböck statt (LV-Nr. ufg-online: 235.003) und mündet in einer Präsentation in der Ausstellung „Sommerfrische“ im Nordico Museum. Die Teilnahme an beiden Seminaren ist verpflichtend. Sich also bitte nur anmelden, wenn beide Lehrveranstaltungen (Projekt und Vertiefung) besucht werden können und wenn die Teilnahme an allen Terminen möglich ist.
Ziel des Seminars ist es, am Ende eine alternative Reisekarte zu entwerfen, die in der Ausstellung präsentiert wird.
Ein Projekt in Kooperation mit Amalia Barboza (Kunstuni Linz), Andrea Bina (Nordico Linz), Alpenverein Linz (Gottfried Seisenbacher, Sandra Fournier) und Gudrun Wallenböck (hinterland).
TERMINE
12.Oktober: Einführung
13.-15. Oktober: Feldforschung/Exkursion
9. November: Analyse
25. Januar: Präsentation in der Strafsachengalerie
Spurensicherungen
Ausstellung
WiSe 2022-23